2019-06-10 | Die Macht des Wortes

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Mosaik: Jesu Taufe im Jordan durch Johannes (Mt 3,13 ff)

Dass Worte Macht haben, erfahren wir stets im Alltag: Ein liebevolles oder lobendes Wort an uns gerichtet „geht runter wie Öl“ und lässt uns förmlich schweben und gibt Kraft und Mut. Ein Wort, das unsere Persönlichkeit diskreditiert, verletzt und schmerzt und raubt uns Energie.

Gott nimmt uns sehr ernst. Er respektiert unsere Person und unsere Freiheit total. Er hört genau auf die Worte, die wir zu ihm sprechen und achtet dabei auf unser Herz (ob die Worte echt oder Geplapper sind). Und Sein Herz ist mindestens genauso sensibel wie das Unsrige. Und wenn Jesus sagt: „Alles, um was ihr in meinem Namen bitten werdet, werde ich tun, damit der Vater im Sohn verherrlicht wird.“ (Joh 14,13), dann ist das ein ganz großes Versprechen, das Er einhält – sofern unsere Bitte nicht Seinem Willen widerspricht. Er ermutigt uns da geradezu: „Bis jetzt habt ihr noch um nichts in meinem Namen gebeten. Bittet und ihr werdet empfangen, damit eure Freude vollkommen ist.“ (Joh 16,24 ). Damit bekommt unser Wort, unsere Bitte wirklich Bedeutung und Macht vor Gott.

Bevor Jesus zurück in den Himmel ging trug er uns auf: „Darum geht und macht alle Völker zu meinen Jüngern; tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes“ (Mt 28,19)

Wenn wir nun im Namen Jesu taufen sollen, welche Auswirkungen hat das? Ist das nur ein symbolischer, höflicher Akt? Lesen wir dazu Apg 19, 1-6. Der Missionar Paulus ist da gerade unterwegs in der heutigen Türkei:

Während Apollos sich in Korinth aufhielt, durchwanderte Paulus das Hochland und kam nach Ephesus hinab. Er stieß dort auf einige Jünger und fragte sie: Habt ihr den Heiligen Geist empfangen, als ihr gläubig wurdet? Sie antworteten ihm: Wir haben noch nicht einmal gehört, dass es einen Heiligen Geist gibt. Da fragte er: Auf welche Taufe seid ihr denn getauft worden? Sie antworteten: Auf die Taufe des Johannes. Paulus sagte: Johannes hat mit der Taufe der Umkehr getauft und das Volk gelehrt, sie sollten an den glauben, der nach ihm komme: an Jesus. Als sie das hörten, ließen sie sich auf den Namen Jesu, des Herrn, taufen. Paulus legte ihnen die Hände auf und der Heilige Geist kam auf sie herab; sie redeten in Zungen und weissagten.

Hier sehen wir sehr schön, mit welcher Authorität uns Jesus ausstattet. Auf den Namen Jesus getauft zu werden ist eben nicht das Gleiche wie auf den Namen Johannes (des Täufers) getauft zu sein. Es kommt gennau auf die gewählte Wortwahl an. Und getauft zu werden auf die Hl. Dreifaltigkeit ist etwas Großes! Uns wird insbesondere durch die Taufe das Siegel Gottes eingeprägt wie ein Brandzeichen und mehr noch in der Firmung. Paulus spricht da speziell vom „Heiligen Geist Gottes, den ihr als Siegel empfangen habt“ (Eph. 4,30).

Wir lernen also: Unser Wort hat Macht vor Gott, aber auch Gottes Wort hat (sogar große) Macht, sagt Gott doch selbst: „so ist es auch mit dem Wort, das meinen Mund verlässt: Es kehrt nicht leer zu mir zurück, ohne zu bewirken, was ich will, und das zu erreichen, wozu ich es ausgesandt habe.“ (Jes 55,11). Vor diesem Hintergund dürfen wir die Bibel, die Gottes Wort enthält, mit ganz neuen Augen lesen: Denn wenn Gott da etwas sagt: dann meint er es auch genau so.

2018-04-30 | Die Apostelgeschichte

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Bild: „Petrus-Fenster“ im Kölner Dom zeigt das Apostelkonzil in Jerusalem

Die Apostelgeschichte (Apg) ist ein Buch der Bibel, genauer ein Buch des Neuen Testaments. Inhaltlich erzählt sie die Geschichte der Jünger Jesu ab der Stelle weiter, wo sie bei den Evangelien mit der Himmelfahrt Christi geendet hat. In der Anordnung folgt sie unmittelbar auf das Johannesevangelium. Autor ist der Evangelist Lukas. Die Apostelgeschichte besteht aus 28 Kapiteln. Die Themenabschnitte sind die Folgenden:

Das Kommen des Heiligen Geistes (Apg 1,1–2,13)
Die Urgemeinde in Jerusalem (Apg 2,14–6,15)
Die Rede des Stephanus (Apg 7,1–8,3)
Die Mission in Samarien (Apg 8,4–40)
Paulus wird berufen (Apg 9,1–43)
Nichtjuden in der Gemeinde (Apg 10,1–48)
Die Gemeinde in Antiochia (Apg 11,1–26)
Die Gemeinde in Jerusalem (Apg 11,27–12,25)
1. Missionsreise des Paulus (Apg 13,1–14,28)
Apostelkonzil in Jerusalem (Apg 15,1–35)
2. Missionsreise des Paulus (Apg 15,36–18,17)
3. Missionsreise des Paulus (Apg 18,18–21,14)
Paulus als Gefangener (Apg 21,15–26,32)
Paulus kommt nach Rom (Apg 27,1–28,31)

Insgesamt erzählt die Apostelgeschichte die Geschichte der ganz jungen Kirche, nachdem Jesus sie physisch verlassen hatte. Als die Geburtsstunde der „Kirche“ gilt das Pfingstereignis, das von Jesus angekündigte Kommen des Heiligen Geistes. Danach erst haben die Apostel den Mut und die Kraft zu missionieren und zu evangelisieren. Ein gewisser Saulus, ein Pharisäer, ist zunächst ein erbitterter Gegner der „neuen Lehre“. Nachdem ihm Jesus persönlich begegnet und ihn fragt „Saul, Saul, warum verfolgst du mich?“ (Apg 9, 4) bekehrt sich Saulus zum Christentum und wurde fortan Paulus genannt. Ja, mehr noch wurde er vom eifrigen Verfolger zum eifrigen Missionar. Er zog in mehreren Reisen durch Kleinasien und Griechenland und verkündete unentwegs das Evangelium. Überall, wo er eine zeitlang verweilte, entstanden Christengemeinden. Nachdem Gott den leitenden Apostel Petrus persönlich belehrt hatte, dass das Evangelium nicht nur den Juden verkündet werden soll, sondern allen Menschen (Apg 10, 10 ff.) kommt es in diesem Zusammenhang zum Streit unter den Jüngern (müssen Nicht-Juden (Heiden) zuerst rituell Juden werden, um Christen werden zu können). Im Apostelkonzil in Jerusalem (Apg 15, 6 ff) entschied man sich einhellig dafür, dass zum Christentum bekehrte Heiden nicht erst Juden werden müssen und somit auch nicht die Riten der Juden einhalten müssen. Damit hatte das Christentum die Möglichkeit, sich global auszubreiten, da nun jeder Mensch Christ werden konnte.

Bei mir war die Apostelgeschichte der Einstieg in die Bibel. Da die Apg sehr gut lesbar geschrieben ist – wie ein Reise- oder Abenteuerroman – erleichterte sie mir den Einstieg, um nachfolgend dann die gesamte Bibel zu lesen; beginnend mit dem Neuen Testament (NT) und final auch das Alte Testament (AT). Letzteres konnte ich nun im Licht des NT besser verstehen. Ich kann daher Jedem empfehlen, diese spannende Apostelgeschichte einmal ganz zu lesen.

2017-12-27 | Was feiern Christen an Weihnachten?

Christus-Konig-Statue-in-Wiebodzin_PolenJesus: Christus-König-Statue in Świebodzin, Polen

Vor Weihnachten ist es meist ein hektisches, geschäftiges Treiben. Vieles muss noch erledigt werden vor Jahresende, in Schule, Ausbildung, Studium, Beruf. Und dann noch Weihnachtsgeschenke kaufen. Der alljährliche Marathon. Aber warum das Ganze? Bei Wikipedia entnimmt man dem Eintrag „Weihnachtsgeschenke“ derzeit z.B.: „In Spanien werden die Weihnachtsgeschenke traditionell erst am 6. Januar verteilt, in Erinnerung an die Heiligen Drei Könige, der katholischen Version der Weisen aus dem Morgenland, die laut der Bibel dem gerade geborenen Jesus von Nazareth Gaben brachten.“ Die Geschichte zu den 3 Weisen oder auch Sterndeutern findet Ihr in der Bibel bei Matthäus 2, 1-12; die vorangehende Geschichte zur Geburt Jesu wird berichtet bei Lukas 2, 1-21.

Der Sinn von Weihnachten liegt demnach aber nicht im schenken aus Tradition oder aus gemütlichen Feiertagen im Kreise der Familie, sondern bei Christen steht ganz der Geburtstag von Jesus Christus im Vordergrund. Im gilt unsere ganze Aufmerksamkeit, da er – Jesus – die Welt entscheidend verändert hat, wie kein anderer Mensch. Denn Christen glauben: Jesus war nicht nur wahrer Mensch, sondern gleichzeitig auch wahrer Gott – der Sohn von Gott-Vater. Jesus hat nachweislich die Geschichte der Menschheit verändert durch seine vollkommene Lehre von Liebe, Fairness, Respekt, Geduld und Erbarmen. Der Hebräerbrief der Bibel (Hebr 1, 1-6) skizziert ansatzweise die Dimension der Person Jesus von Nazareth:

1 Viele Male und auf vielerlei Weise hat Gott einst zu den Vätern gesprochen durch die Propheten; 2 in dieser Endzeit aber hat er zu uns gesprochen durch den Sohn, den er zum Erben des Alls eingesetzt und durch den er auch die Welt erschaffen hat; 3 er ist der Abglanz seiner Herrlichkeit und das Abbild seines Wesens; er trägt das All durch sein machtvolles Wort, hat die Reinigung von den Sünden bewirkt und sich dann zur Rechten der Majestät in der Höhe gesetzt; 4 er ist um so viel erhabener geworden als die Engel, wie der Name, den er geerbt hat, ihren Namen überragt. 5 Denn zu welchem Engel hat er jemals gesagt: Mein Sohn bist du, heute habe ich dich gezeugt, und weiter: Ich will für ihn Vater sein, und er wird für mich Sohn sein? 6 Wenn er aber den Erstgeborenen wieder in die Welt einführt, sagt er: Alle Engel Gottes sollen sich vor ihm niederwerfen.

Wenn wir nach diesen Ausführungen erahnen, mit wem wir es bei Jesus zu tun haben, dann wird verständlich, dass Jesus es wert ist, dass wir Seinen Geburtstag unter uns Menschen feiern. Und dieser Geburtstag steht an Weihnachtern erst einmal zentral im Mittelpunkt.

2017-01-29 | Seligpreisungen

Am Sonntag, 29.01.2017 wurde in kath. Kirchen als Tagesevangelium aus der Bibel die „Seeligpreisungen“ als Teil der Bergpredigt vorgetragen. Sie enthalten bereits die ganze christliche Sichtweise:

Mt 5, 1-12a: In jener Zeit,
1 als Jesus die vielen Menschen sah, die ihm folgten, stieg er auf einen Berg. Er setzte sich, und seine Jünger traten zu ihm.
2 Dann begann er zu reden und lehrte sie.
3 Er sagte: Selig, die arm sind vor Gott; denn ihnen gehört das Himmelreich.
4 Selig die Trauernden; denn sie werden getröstet werden.
5 Selig, die keine Gewalt anwenden; denn sie werden das Land erben.
6 Selig, die hungern und dürsten nach der Gerechtigkeit; denn sie werden satt werden.
7 Selig die Barmherzigen; denn sie werden Erbarmen finden.
8 Selig, die ein reines Herz haben; denn sie werden Gott schauen.
9 Selig, die Frieden stiften; denn sie werden Söhne Gottes genannt werden.
10 Selig, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden; denn ihnen gehört das Himmelreich.
11 Selig seid ihr, wenn ihr um meinetwillen beschimpft und verfolgt und auf alle mögliche Weise verleumdet werdet.
12 Freut euch und jubelt: Euer Lohn im Himmel wird groß sein.

Diese obigen Seligpreisungen entsprechen kaum dem menschlichen Werteschema und verweisen auf ein göttliches Werteschema, das sich der Mensch zu Eigen machen soll, um so immer mehr Abbild und Kind Gottes zu werden. Wie schön, dass uns Gott immer zu ihm emporheben will, um uns fest an sein Herz zu drücken.

2016-12-25 | Weihnachten

Es ist wieder Weihnachten. Hektisches Treiben zuvor, bis alles mehr oder weniger vorbereitet ist. Dann wie auf Knopfdruck: Ruhe, Besinnlichkeit, mehr oder weniger liebe Verwandte um mich herum. Aber warum dieses Spiel jedes Jahr aufs Neue? Worauf basiert dieses Ritual? Ist das Hin- und Herschenken Sinn von Weihnachten? Ein bisschen Frieden für ein paar Stunden mit der Faust in der Tasche?

Die Basis und mehr noch der eigentliche und wesentliche Gegenstand von Weihnachten ist Jesus Christus, der vor gut 2000 Jahren in die Welt kam. Er ist das Wort Gottes, das wahre Licht der Welt. Welche kaum erfassbare Dimension hinter diesem Ereignis steckt, läßt sich im Prolog des Johannesevangeliums (Joh 1, 1-18) nur erahnen:

1 Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott.
2 Im Anfang war es bei Gott.
3 Alles ist durch das Wort geworden und ohne das Wort wurde nichts, was geworden ist.
4 In ihm war das Leben und das Leben war das Licht der Menschen.
5 Und das Licht leuchtet in der Finsternis und die Finsternis hat es nicht erfasst.
6 Es trat ein Mensch auf, der von Gott gesandt war; sein Name war Johannes.
7 Er kam als Zeuge, um Zeugnis abzulegen für das Licht, damit alle durch ihn zum Glauben kommen.
8 Er war nicht selbst das Licht, er sollte nur Zeugnis ablegen für das Licht.
9 Das wahre Licht, das jeden Menschen erleuchtet, kam in die Welt.
10 Er war in der Welt und die Welt ist durch ihn geworden, aber die Welt erkannte ihn nicht.
11 Er kam in sein Eigentum, aber die Seinen nahmen ihn nicht auf.
12 Allen aber, die ihn aufnahmen, gab er Macht, Kinder Gottes zu werden, allen, die an seinen Namen glauben,
13 die nicht aus dem Blut, nicht aus dem Willen des Fleisches, nicht aus dem Willen des Mannes, sondern aus Gott geboren sind.
14 Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt und wir haben seine Herrlichkeit gesehen, die Herrlichkeit des einzigen Sohnes vom Vater, voll Gnade und Wahrheit.
15 Johannes legte Zeugnis für ihn ab und rief: Dieser war es, über den ich gesagt habe: Er, der nach mir kommt, ist mir voraus, weil er vor mir war.
16 Aus seiner Fülle haben wir alle empfangen, Gnade über Gnade.
17 Denn das Gesetz wurde durch Mose gegeben, die Gnade und die Wahrheit kamen durch Jesus Christus.
18 Niemand hat Gott je gesehen. Der Einzige, der Gott ist und am Herzen des Vaters ruht, er hat Kunde gebracht.