2021-06-26 | Alphakurs #3 endete

Am Samstag, den 05.06.2021 war es dann endlich soweit: Der Abschluß-Einkehrtag des Alphakurses vom Herbst 2020 konnte endlich nach vielen Wochen des Corona-Lockdowns live in Präsenz stattfinden. Und zwar im schönen Pfarrheim von Heilig Kreuz, Aachen (Titelfoto). Dazu hatten alle Teilnehmer zuvor einen Corona-Schnelltest absolviert. Gegenstand und Themenschwerpunkt des Tages war der Heilige Geist, der für uns Christen ja schwerer zu fassen ist, als Jesus, der viele Jahre als Mensch unter uns Menschen lebte und dessen Reden im Neuen Testament überliefert und nachlesbar sind.

Der Heilige Geist wird meist als Taube dargestellt, obwohl Er die Dritte göttliche Person ist. So erschwert dieses Bild etwas unseren Zugang zur Person des Hl. Geistes. Daher wurde das Verständnis in 3 Schritten – mittels 3 Themenvideos – aufgebaut: 1. Wer ist der Heilige Geist? / 2. Was tut der Heilige Geist? / 3. Wie werde ich mit dem Heiligen Geist erfüllt? Insbesondere der dritte Schritt ist wichtig, denn wir können Gott nur näher kommen, wenn uns der Hl. Geist führt und idealerweise ganz erfüllt. Jesus selbst betonte die Wichtigkeit des Kommens des Hl. Geistes – des Beistandes – als er sagte:

Jesus spricht: Doch ich sage euch die Wahrheit: Es ist gut für euch, dass ich fortgehe. Denn wenn ich nicht fortgehe, wird der Beistand nicht zu euch kommen; gehe ich aber, so werde ich ihn zu euch senden.

Joh 16,7

Um die Wichtigkeit des Hl. Geistes zu erahnen, sei nachfolgend zusammengefaßt, was der Hl. Geist tut:

Jesus spricht: Der Beistand aber, der Heilige Geist, den der Vater in meinem Namen senden wird, der wird euch alles lehren und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe.

Joh 14,26
Hl. Paulus – röm. Staatsbürger – vor St. Paul, Rom

In den 3 Jahren seines öffentlichen Wirkens hat Jesus seine Jünger und Nachfolger intensiv unterwiesen. So intensiv, dass es für die meist einfachen Menschen (z.B. Fischer) einfach „too much“ war – also zuviel Input. Es hätte daher nicht viel gebracht, wenn Jesus noch weitere Jahre gelehrt und gewirkt hätte. Der Hl. Geist aber erinnert uns nicht nur an die Lehren und Werke Jesu, sondern er schenkt auch das Verständnis dafür – vorausgesetzt wir sind offen für Belehrung. Darum sagt P. Catalamessa: „Der Hl. Geist erweckt alles zum Leben, was Jesus gesagt hat.“ So werden wir in der Offenheit für den Geist Gottes zu wahren Kindern Gottes: „Denn die sich vom Geist Gottes leiten lassen, sind Kinder Gottes“ (Röm 8,14) und der Hl. Geist bestätigt uns dann auch selbst diese Würde, Kind Gottes zu sein: „Der Geist selber bezeugt unserem Geist, dass wir Kinder Gottes sind“ (Röm 8,16). Vom Vertrauen gelangen wir also in die Gewißheit, Kind Gottes zu sein. Römischer Staatsbürger zu sein war vor 2000 Jahren ein großes Privileg. Wenn man nicht als Römer geboren wurde, konnte man nur von Römern adoptiert werden oder man mußte einen hohen Preis zahlen, um das röm. Bürgerrecht zu erlangen. In unserem Fall hat Jesus den Preis am Kreuz bezahlt, damit wir diese innige Beziehung eines Kindes zu unserem göttlichen Vater haben können. Und als wahre Kinder kommen wir auch in den Genuß der Privilegien:

Die Frucht des Geistes aber ist Liebe, Freude, Friede, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut und Enthaltsamkeit

Gal 5,22-23

Ein Privileg im Reich Gottes zu haben bedeutet aber immer, dass das Privileg oder Charisma nicht nur für mich selbst ist, sondern insbesondere auch zum Wohl meiner Brüder und Schwestern im Herrn gegeben ist. Der Hl. Geist führt uns also auch weg vom Egoismus und schenkt uns Liebe und Sehnsucht zu Einheit und Gemeinschaft. Denn Gott in seiner Dreifaltigkeit ist ja selbst Gemeinschaft und Einheit. Und als Kinder sind wir dazu ebenso berufen. Konkret geht es um die Einheit in Beziehungen, Ehen, Familien, Freundschaften, Teams (auch beruflich) und auch um Einheit der Christen der diversen Denominationen & Konfessionen. Denn durch Einheit & Gemeinschaft werden große Kräfte freigesetzt – Uneinheit hingegen bindet viel Kraft und blockiert.

Paulus schreibt dazu: Seid demütig, friedfertig und geduldig, ertragt einander in Liebe und bemüht euch, die Einheit des Geistes zu wahren durch das Band des Friedens! Ein Leib und ein Geist, wie ihr auch berufen seid zu einer Hoffnung in eurer Berufung: ein Herr, ein Glaube, eine Taufe, ein Gott und Vater aller, der über allem und durch alles und in allem ist.

Eph 4,2-6

Und zu den Gaben und Charismen, die der Hl. Geist gibt schreibt Paulus: Es gibt verschiedene Gnadengaben, aber nur den einen Geist. Es gibt verschiedene Dienste, aber nur den einen Herrn. Es gibt verschiedene Kräfte, die wirken, aber nur den einen Gott: Er bewirkt alles in allen. Jedem aber wird die Offenbarung des Geistes geschenkt, damit sie anderen nützt. Dem einen wird vom Geist die Gabe geschenkt, Weisheit mitzuteilen, dem anderen durch denselben Geist die Gabe, Erkenntnis zu vermitteln, einem anderen in demselben Geist Glaubenskraft, einem anderen – immer in dem einen Geist – die Gabe, Krankheiten zu heilen, einem anderen Kräfte, Machttaten [Wunder] zu wirken, einem anderen prophetisches Reden, einem anderen die Fähigkeit, die Geister zu unterscheiden, wieder einem anderen verschiedene Arten von Zungenrede, einem anderen schließlich die Gabe, sie zu übersetzen. Das alles bewirkt ein und derselbe Geist; einem jeden teilt er seine besondere Gabe zu, wie er will.

1 Kor 12, 4-11

Wie werden wir nun also mit dem Hl. Geist erfüllt – was müssen wir dafür tun? Dazu mehr im nächsten Beitrag!

An diesem schönen Einkehrtag haben wir nicht nur 3 Vorträge über den Hl. Geist gehört und uns darüber ausgetauscht, sondern wir haben in Gebet und Lobpreis eine innige Verbindung mit Gott gesucht – und erhalten. Ein besonderes Highlight war am Nachmittag, für sich beten zu lassen, speziell um die Erfüllung mit dem Hl. Geist. Hier kam es zu besonderen Anrührungen durch den Hl. Geist.

Wir vom Alpha-Team hoffen nun, dass alle Teilnehmer des Herbst-Kurses 2020 einen deutlichen Schritt auf den Herrn hin tun konnten, diese Beziehung zum Herrn im täglichen Gebet pflegen und sich in der Gemeinschaft der Glaubenden – in Gottes Kirche – einsetzen zum Wohle aller und auch jener, die Gott noch nicht kennengelernt haben. Verschiedene Optionen haben wir aufgezeigt und speziell eingeladen, sich weiterhin im Glauben auszutauschen im Rahmen eines „Beta-Kurses“. Da kann jeder dazukommen. Wir wünschen allen Teilnehmern Gottes reichen Segen und begleiten Sie auch weiterhin im Gebet.

Wir vom Team freuen uns nach dem 3. Kursdurchgang bereits auf Alphakurs #4, der im Oktober 2021 startet.

Hier konnte man für sich beten lassen, speziell um die Erfüllung mit dem Hl. Geist.

Fotos: A. Vogg

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2020-01-12 | Rückblick Alpha-Kurs 2019/2020

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Der Aachener Alphakurs 2019/2020 in der Pfarre Franziska von Aachen endete gestern, 11.01.2020, mit dem Höhepunkt des ganzen Kurses: Mit dem Einkehrtag zum Thema „Heiliger Geist“. Insgesamt kann man sagen kam es im diesjährige Kurs zu teilweise hitzigen, zum Teil sehr kontroversen Diskussionen in den Diskussionsrunden nach den Videovorträgen. Das zeigt, dass da wirklich Diskussions- und Klärungsbedarf war. Es gab Teilnehmer, die nach den ersten Stunden nicht mehr wiedergekommen sind. Andere hingegen sind bis zum Schluß gestern dabeigeblieben.

Nun zum gestrigen Samstag. Während das Team nun ab 8.15 Uhr eintrudelte und alles Nötige vorbereitete, kamen die Teilnehmer um 9.30 Uhr dazu. Froh waren wir, dass wir unsere liebe Musiker-Freundin Bärbel Ehlert für diesen Tag gewinnen konnten. Immerhin lagen in dem Tag gut zwei Stunden Lobpreis, und mit musikalischer Begleitung kommt beim Lobpreis ungleich mehr Freude und geistliche Tiefe auf als ohne Begleitung.

Um den Hl. Geist in unsere Mitte zu bitten, begannen wir auch gleich mit einer Lobpreiszeit. Denn Er – Gottes Geist – sollte nicht nur Studien-Gegenstand des Tages sein, sondern wir wollten Ihn auch mit unserem ganzen Sein erfahren! Warum? Weil der Hl. Geist, die dritte Person der göttlichen Dreifaltigkeit, quasi Gottes ausführende Kraft ist, die alles verändern kann. Er wird bereits im zweiten Satz der Bibel genannt: „Die Erde war wüst und wirr und Finsternis lag über der Urflut und Gottes Geist schwebte über dem Wasser.“ (Gen 1,2). Obschon so wichtig – auch für die Kirche – ist er vielen Menschen doch eher unbekannt. Zunächst erfuhren wir im Video „Wer ist der Hl. Geist“, wo überall in der Bibel von Seinem Wirken berichtet wird und was Sein Wesen ausmacht. Nach dem gemeinsamen Frühstück ging es dann weiter mit „Was tut der Hl. Geist“. Uns wurde wieder bewußt: Der Hl. Geist machte aus verängstigten Jüngern missionarische Apostel! Das lesen wir sehr schön im Pfingstereignis ab Apg 2,2:

Da kam plötzlich vom Himmel her ein Brausen, wie wenn ein heftiger Sturm daherfährt, und erfüllte das ganze Haus, in dem sie saßen. Und es erschienen ihnen Zungen wie von Feuer, die sich verteilten; auf jeden von ihnen ließ sich eine nieder. Und alle wurden vom Heiligen Geist erfüllt und begannen, in anderen Sprachen zu reden, wie es der Geist ihnen eingab. (…) Als sich das Getöse erhob, strömte die Menge zusammen und war ganz bestürzt; denn jeder hörte sie in seiner Sprache reden.

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Nach einer Diskussionsrunde und einem leckeren Mittagessen wollten wir während einer längeren Lobpreiszeit um diese Ausgießung des Hl. Geistes über uns bitten. Währenddessen war für alle Anwesenden Gelegenheit, von einem Gebetsteam für sich beten zu lassen, insbesondere natürlich um die Ausgießung des Hl. Geistes. Dieses Angebot haben viele genutzt. Danach gab es Kaffee und Kuchen, sowie den abschließenden Vortrag „Wie mache ich das Beste aus meinem Leben?“.

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Wir vom Team haben dann aufgezeigt, dass der Alphakurs nur der Anfang einer innigen Beziehung mit Gott sein kann und dass diese Beziehung – wie auch jede menschliche Beziehung – gepflegt werden muß: Durch persönliches Gebet in der heimischen Kammer wie auch durch christliches Leben in Gemeinschaft: In Bibel- und Lobpreiskreisen, Gebets- oder Hausgemeinschaften. Für Katholiken kommt dann noch der regelmäßige Empfang der Sakramente hinzu, insbesondere der Beichte und der Kommunion.

Mit einem gemeinsamen Vaterunser-Gebet ging dann der Alphakurs 2019/2020 zu Ende. Wir wünschen allen Teilnehmmern, auch denen, die nicht bis zum Ende geblieben sind, eine gesegnete weitere Lebenszeit mit Gott an ihrer Seite.

2019-06-10 | Die Macht des Wortes

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Mosaik: Jesu Taufe im Jordan durch Johannes (Mt 3,13 ff)

Dass Worte Macht haben, erfahren wir stets im Alltag: Ein liebevolles oder lobendes Wort an uns gerichtet „geht runter wie Öl“ und lässt uns förmlich schweben und gibt Kraft und Mut. Ein Wort, das unsere Persönlichkeit diskreditiert, verletzt und schmerzt und raubt uns Energie.

Gott nimmt uns sehr ernst. Er respektiert unsere Person und unsere Freiheit total. Er hört genau auf die Worte, die wir zu ihm sprechen und achtet dabei auf unser Herz (ob die Worte echt oder Geplapper sind). Und Sein Herz ist mindestens genauso sensibel wie das Unsrige. Und wenn Jesus sagt: „Alles, um was ihr in meinem Namen bitten werdet, werde ich tun, damit der Vater im Sohn verherrlicht wird.“ (Joh 14,13), dann ist das ein ganz großes Versprechen, das Er einhält – sofern unsere Bitte nicht Seinem Willen widerspricht. Er ermutigt uns da geradezu: „Bis jetzt habt ihr noch um nichts in meinem Namen gebeten. Bittet und ihr werdet empfangen, damit eure Freude vollkommen ist.“ (Joh 16,24 ). Damit bekommt unser Wort, unsere Bitte wirklich Bedeutung und Macht vor Gott.

Bevor Jesus zurück in den Himmel ging trug er uns auf: „Darum geht und macht alle Völker zu meinen Jüngern; tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes“ (Mt 28,19)

Wenn wir nun im Namen Jesu taufen sollen, welche Auswirkungen hat das? Ist das nur ein symbolischer, höflicher Akt? Lesen wir dazu Apg 19, 1-6. Der Missionar Paulus ist da gerade unterwegs in der heutigen Türkei:

Während Apollos sich in Korinth aufhielt, durchwanderte Paulus das Hochland und kam nach Ephesus hinab. Er stieß dort auf einige Jünger und fragte sie: Habt ihr den Heiligen Geist empfangen, als ihr gläubig wurdet? Sie antworteten ihm: Wir haben noch nicht einmal gehört, dass es einen Heiligen Geist gibt. Da fragte er: Auf welche Taufe seid ihr denn getauft worden? Sie antworteten: Auf die Taufe des Johannes. Paulus sagte: Johannes hat mit der Taufe der Umkehr getauft und das Volk gelehrt, sie sollten an den glauben, der nach ihm komme: an Jesus. Als sie das hörten, ließen sie sich auf den Namen Jesu, des Herrn, taufen. Paulus legte ihnen die Hände auf und der Heilige Geist kam auf sie herab; sie redeten in Zungen und weissagten.

Hier sehen wir sehr schön, mit welcher Authorität uns Jesus ausstattet. Auf den Namen Jesus getauft zu werden ist eben nicht das Gleiche wie auf den Namen Johannes (des Täufers) getauft zu sein. Es kommt gennau auf die gewählte Wortwahl an. Und getauft zu werden auf die Hl. Dreifaltigkeit ist etwas Großes! Uns wird insbesondere durch die Taufe das Siegel Gottes eingeprägt wie ein Brandzeichen und mehr noch in der Firmung. Paulus spricht da speziell vom „Heiligen Geist Gottes, den ihr als Siegel empfangen habt“ (Eph. 4,30).

Wir lernen also: Unser Wort hat Macht vor Gott, aber auch Gottes Wort hat (sogar große) Macht, sagt Gott doch selbst: „so ist es auch mit dem Wort, das meinen Mund verlässt: Es kehrt nicht leer zu mir zurück, ohne zu bewirken, was ich will, und das zu erreichen, wozu ich es ausgesandt habe.“ (Jes 55,11). Vor diesem Hintergund dürfen wir die Bibel, die Gottes Wort enthält, mit ganz neuen Augen lesen: Denn wenn Gott da etwas sagt: dann meint er es auch genau so.

2018-06-30 | Holy Trinity – Dreifaltigkeit

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Nicky Gumbel wurde im September 2005 zum leitenden Pfarrer der Holy Trinity Brompton Church in London (England) ernannt. 1990 übernahm er die Alpha-Kurse, die in der Holy Trinity Brompton Church entwickelt und dort seit 1973 durchgeführt worden sind. Holy Tinity heißt übersetzt „Heilige Dreifaltigkeit“. Damit meinen Christen: Gott. „Dreifaltig“ ist analog zum englischen „trifold“ und bedeutet: dreifach; das lateinische Trinitas: Dreiheit. Gemeint ist damit, dass Gott aus 3 Personen besteht: Gott-Vater, Gott-Sohn und Gott-Heiliger Geist. Die drei göttlichen Personen haben ihren je eigenen Charakter (was typisch ist für eine Person) und sind doch enger miteinander verbunden als sich innigst liebende Ehepartner. Daher sind sie zusammen ein Gott und nicht drei Götter. Wer daher zum Sohn spricht (betet), spricht gleichzeitig auch immer zu den beiden anderen göttlichen Personen. Da Gott einerseits der „Seiende“ ist – also der, der immer schon da war und in Ewigkeit sein wird – andererseits der Schöpfer ist, sind auch alle drei göttlichen Personen ewig und an der Schöpfung beteiligt.

Christen glauben, dass Gott die Liebe in Person ist. Daher liebt er auch seine Geschöpfe gewaltig. Unter allen Geschöpfen der Erde gab er ausschließlich dem Menschen eine Seele. Das unterscheidet den Menschen von den Tieren und sonstigen Lebewesen auf Erden. Aber was ist eine Seele? Die Seele hat vor allem 2 Eigenschaften, die sonst nur Gott hat: Sie ist unsterblich, und sie kann lieben. Ersteres können wir freilich nicht beweisen, denn nur wenige kamen aus dem „Totenreich“ zurück. Einer davon war Lazarus, den Jesus wieder zum Leben erweckt hat, nachdem er schon einige Tage tot war und bereits angefangen hatte zu verwesen. Im Gegensatz zu Gott hat der Mensch einen Anfang, nämlich den Zeitpunkt seiner Schöpfung durch Gott. Konkret ist das der Zeitpunkt, wenn Eizelle und Samenzelle verschmelzen.
Zum Thema lieben mag mancher entgegnen: Tiere können sich aus „Liebe“ auch ganz aufopfern, bis hin zum eigenen Tod. Bei Tieren sprechen wir aber von Instinkt, bei Menschen hingegen vom freien Willen. Beim Menschen wäre eine aufopfernde Liebe eine bewußte Willentsentscheidung. Ein Beispiel ist vielleicht Maximilian Kolbe, der bei den Nazis stellvertretend für einen Familienvater in den Todesbunker ging. Er folgte damit seinem Vorbild und Meister, Jesus Christus. Obwohl Jesus ganz Gott ist, ist er auch ganz Mensch (wenn auch ein vollkommener Mensch ohne Sünde). Jesus besitzt also zwei Naturen, die göttliche und die menschliche. Dadurch ist Gott sehr eng mit dem Menschen – seinem Geschöpf – verbunden. Und Jesus lud uns Menschen ein, seinen göttlichen Vater ebenfalls Vater zu nennen. Welch ein Geschenk!

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Dreifaltigkeitsikone“ von Andrei Rubljow (etwa 1411)

2018-05-20 | Pfingsten – was ist das?

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Pfingsten ist für viele erstmal ein langes Wochenende. Aber was ist eigentlich das Pfingstfest aus christlicher Sicht – worum geht es da?

In der Bibel, genenauer im Neuen Testament, in der Apostelgeschichte (Apg) wird detailliert über das Pfingstereignis berichtet:

Zunächst wird über die Himmelfahrt Jesus berichtet:

Jesus sagt: in Apg1, 8: „Aber ihr werdet Kraft empfangen, wenn der Heilige Geist auf euch herabkommen wird; und ihr werdet meine Zeugen sein in Jerusalem und in ganz Judäa und Samarien und bis an die Grenzen der Erde.
9 Als er das gesagt hatte, wurde er vor ihren Augen emporgehoben und eine Wolke nahm ihn auf und entzog ihn ihren Blicken.

Jesus verspricht also vor seinem Weggang den Heiligen Geist. Danach gehen die Zurückkgebliebenen Apostel und Jünger in Klausur und ins Gebet:

Apg 13: „Als sie in die Stadt kamen, gingen sie in das Obergemach hinauf, wo sie nun ständig blieben: Petrus und Johannes, Jakobus und Andreas, Philippus und Thomas, Bartholomäus und Matthäus, Jakobus, der Sohn des Alphäus, und Simon, der Zelot, sowie Judas, der Sohn des Jakobus.
14 Sie alle verharrten dort einmütig im Gebet, zusammen mit den Frauen und Maria, der Mutter Jesu, und seinen Brüdern.

Zum jüdischen Fest Schawuot (τὴν ἡμέραν τῆς πεντηκοστῆς ‚zum 50. Tag‘ nach dem Pessachfest [= heute Ostern]) kam dann der vereißene Heilige Geist auf die versammelten Apostel und Jünger herab. Schawuot erinnerte die Juden u.a. an den 2. Empfang der 10 Gebote durch Mose auf dem Berg Sinai. Auch hier an Pfingsten empfingen die Menschen etwas Neues von Gott. Apg 2, 1-11 berichtet nun über das Pfingstereignis:

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