2018-05-20 | Pfingsten – was ist das?

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Pfingsten ist für viele erstmal ein langes Wochenende. Aber was ist eigentlich das Pfingstfest aus christlicher Sicht – worum geht es da?

In der Bibel, genenauer im Neuen Testament, in der Apostelgeschichte (Apg) wird detailliert über das Pfingstereignis berichtet:

Zunächst wird über die Himmelfahrt Jesus berichtet:

Jesus sagt: in Apg1, 8: „Aber ihr werdet Kraft empfangen, wenn der Heilige Geist auf euch herabkommen wird; und ihr werdet meine Zeugen sein in Jerusalem und in ganz Judäa und Samarien und bis an die Grenzen der Erde.
9 Als er das gesagt hatte, wurde er vor ihren Augen emporgehoben und eine Wolke nahm ihn auf und entzog ihn ihren Blicken.

Jesus verspricht also vor seinem Weggang den Heiligen Geist. Danach gehen die Zurückkgebliebenen Apostel und Jünger in Klausur und ins Gebet:

Apg 13: „Als sie in die Stadt kamen, gingen sie in das Obergemach hinauf, wo sie nun ständig blieben: Petrus und Johannes, Jakobus und Andreas, Philippus und Thomas, Bartholomäus und Matthäus, Jakobus, der Sohn des Alphäus, und Simon, der Zelot, sowie Judas, der Sohn des Jakobus.
14 Sie alle verharrten dort einmütig im Gebet, zusammen mit den Frauen und Maria, der Mutter Jesu, und seinen Brüdern.

Zum jüdischen Fest Schawuot (τὴν ἡμέραν τῆς πεντηκοστῆς ‚zum 50. Tag‘ nach dem Pessachfest [= heute Ostern]) kam dann der vereißene Heilige Geist auf die versammelten Apostel und Jünger herab. Schawuot erinnerte die Juden u.a. an den 2. Empfang der 10 Gebote durch Mose auf dem Berg Sinai. Auch hier an Pfingsten empfingen die Menschen etwas Neues von Gott. Apg 2, 1-11 berichtet nun über das Pfingstereignis:

Apg 1: „Als der Pfingsttag gekommen war, befanden sich alle am gleichen Ort.
2 Da kam plötzlich vom Himmel her ein Brausen, wie wenn ein heftiger Sturm daherfährt, und erfüllte das ganze Haus, in dem sie waren.
3 Und es erschienen ihnen Zungen wie von Feuer, die sich verteilten; auf jeden von ihnen ließ sich eine nieder.
4 Alle wurden mit dem Heiligen Geist erfüllt und begannen, in fremden Sprachen zu reden, wie es der Geist ihnen eingab.
5 In Jerusalem aber wohnten Juden, fromme Männer aus allen Völkern unter dem Himmel.
6 Als sich das Getöse erhob, strömte die Menge zusammen und war ganz bestürzt; denn jeder hörte sie in seiner Sprache reden.
7 Sie gerieten außer sich vor Staunen und sagten: Sind das nicht alles Galiläer, die hier reden?
8 Wieso kann sie jeder von uns in seiner Muttersprache hören:
9 Parther, Meder und Elamiter, Bewohner von Mesopotamien, Judäa und Kappadozien, von Pontus und der Provinz Asien,
10 von Phrygien und Pamphylien, von Ägypten und dem Gebiet Libyens nach Zyrene hin, auch die Römer, die sich hier aufhalten,
11 Juden und Proselyten, Kreter und Araber, wir hören sie in unseren Sprachen Gottes große Taten verkünden.

Das Pfingst-Datum wird in der christlichen Tradition auch als Gründung der Kirche verstanden. Als christliches Fest wird Pfingsten erstmals im Jahr 130 erwähnt. Was war nun die Wirkung des Heiligen Geistes? Ein wenig weiter in der Apg lesen wir, das Petrus unmittelbar nach dem Pfingstereignis hinausging um öffentlich zu predigen. Sämtliche menschliche Mutlosigkeit und Zukunftsangst war verflogen und ersetzt durch Gottes Mut und Stärke. So fängt er freimütig laut an zu predigen:

Apg 14. „Da trat Petrus auf, zusammen mit den Elf; er erhob seine Stimme und begann zu reden: Ihr Juden und alle Bewohner von Jerusalem! Dies sollt ihr wissen, achtet auf meine Worte! …

Dass das Pfingstereignis wirklich der Geburtstag der Kirche – also der Gemeinschaft der an Jesus Christus glaubenden – ist kann man schön den späteren Ausführungen des Apostels Paulus an die Korinther entnehmen:

1 Kor 12, 1: „Auch über die Gaben des Geistes möchte ich euch nicht in Unkenntnis lassen, meine Brüder und Schwestern.
(…)
4 Es gibt verschiedene Gnadengaben, aber nur den einen Geist.
5 Es gibt verschiedene Dienste, aber nur den einen Herrn.
6 Es gibt verschiedene Kräfte, die wirken, aber nur den einen Gott: Er bewirkt alles in allen.
7 Jedem aber wird die Offenbarung des Geistes geschenkt, damit sie anderen nützt.
8 Dem einen wird vom Geist die Gabe geschenkt, Weisheit mitzuteilen, dem anderen durch denselben Geist die Gabe, Erkenntnis zu vermitteln,
9 einem anderen in demselben Geist Glaubenskraft, einem anderen – immer in dem einen Geist – die Gabe, Krankheiten zu heilen,
10 einem anderen Kräfte, Machttaten zu wirken, einem anderen prophetisches Reden, einem anderen die Fähigkeit, die Geister zu unterscheiden, wieder einem anderen verschiedene Arten von Zungenrede, einem anderen schließlich die Gabe, sie zu übersetzen.
11 Das alles bewirkt ein und derselbe Geist; einem jeden teilt er seine besondere Gabe zu, wie er will.

Daher spricht man heute auch von den 7 Gaben des Heiligen Geistes:
Es sind die Gaben der Weisheit, der Einsicht, des Rates, der Erkenntnis, der Stärke, der Frömmigkeit und der Gottesfurcht.
Daraus erwachsen 12 Früchte des Hl. Geistes: Liebe, Freude, Frieden, Geduld, Freundlichkeit, Güte, Langmut, Sanftmut, Treue, Bescheidenheit, Enthaltsamkeit, Keuschheit.
Diese Früchte stellen die Tugenden eines Menschen dar, welcher Jesus aufrichtig nachfolgen will. Doch man kann sich die Gaben und Früchte nicht erarbeiten, man kann sich nur danach sehnen und sie von Gott erbitten. Jesus gab dazu das Versprechen: “ (…) wie viel mehr wird der Vater im Himmel den Heiligen Geist denen geben, die ihn bitten.“ (Lk 1, 13).

Bitten wir also stets um den Heiligen Geist – für uns und unser ganzes Umfeld – denn Er ist es, der alles verändern und veredeln kann, wenn wir Ihm nur vertrauen. Ein mögliches Gebet ist die sog. „Pfingstsequenz“ (siehe hier).

Mit dem Heiligen Geist zusammenarbeiten ist in jedem Fall der Beginn Deiner Abenteuerreise mit Gott! Wenn Du Dich auf Ihn einläßt, wirst Du Dinge in Deinem Leben erleben und erfahren, von denen Du noch nicht einmal geträumt hast! Bist Du bereit? Vertraust Du ihm? Dann gib ihm Dein: Ja – hier bin ich. Adsum!

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